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30.01.2025
30.01.2025 08:01 Uhr

Rotgrün will «Gesundheitskioske»

Nach den Freundschaftsbänken sollen nun die Gesundheitskioske das Leben besser machen.
Nach den Freundschaftsbänken sollen nun die Gesundheitskioske das Leben besser machen. Bild: PD / Deutschland
Pflegefachleute sollen in der Stadt Zürich ihre Dienste im öffentlichen Raum anbieten. Die «Neue Zürcher Zeitung» zweifelt, dass dies funktioniert - auch aus finanziellen Gründen.

Die Idee kommt von ganz links im politischen Spektrum. David Garcia Nuñez ist Arzt von Beruf und Gemeinderat der Alternativen Liste (AL). Als solcher sieht er Krankheit zu einem guten Teil als Ausdruck sozialer Benachteiligung. Dies schreibt die NZZ am Donnerstag. So haben sich die Vorstösse seiner  Partei AL zum Gesundheitswesen im Stadtparlament auffällig vermehrt.

Zugang zu Spezialisten schwierig

Damit haben die AL-Politiker Erfolg. Im Sommer forderten sie, dass in der Stadt Zürich sogenannte Freundschaftsbänke aufgestellt werden. «Geschulte Laienhelfer» sollen darauf Platz nehmen und auf Leute warten, die über ihr psychisches Befinden sprechen möchten. Das Angebot brauche es, weil der Zugang zu den Spezialisten schwierig sei. Die rot-grüne Mehrheit folgte den Alternativen.

Deutschland als Vorbild

Nun hat die AL eine neue, verwandte Idee eingebracht: den «Gesundheitskiosk». Pflegefachpersonen sollen an Orten in der Stadt auf Kundschaft warten. Ratsuchende sollen Informationen zu chronischen Leiden wie Bluthochdruck oder Diabetes erhalten. Die Pflegefachleute sollen aber auch Gesundheitsvorträge halten. Oder Entspannungsgruppen führen.

Garcia Nuñez, dessen genaue Berufsbezeichnung «Leiter Innovations-Focus Geschlechtervarianz» am Universitätsspital Basel lautet, findet seine Vorbilder oft im Ausland. Bei den «Freundschaftsbänken» war dies Simbabwe. Die «Gesundheitskioske» hat er in Deutschland entdeckt. Dort habe man sehr gute Erfahrungen gemacht, sagte er im Stadtparlament.

Millionen-Kosten drohen

Etwas verschweigt er aber: In Deutschland scheiterte die Idee unter anderem an Kostenbedenken der Krankenversicherer. Im Zürcher Stadtparlament waren dies kein Thema. Aber nimmt man das deutsche Vorbild zum Nennwert, muss man von einem jährlichen Millionenbetrag ausgehen – für jeden der zwei oder drei geplanten «Gesundheitskioske». Denn anders als bei den «Freundschaftsbänken» sollen keine geschulten Laien, sondern Fachpersonen eingesetzt werden.

Thomas Renggli
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