Der Zürcher Kantonsrat hat am Montag in zweiter Lesung mit 129 zu 35 Stimmen entschieden, dass Neubauten künftig «Rücksicht auf Vögel» nehmen müssen. Das Planungs- und Baugesetz wird entsprechend ergänzt.
SP wollte mehr
Eigentlich hatte die SP noch mehr angestrebt. Sie hatte bei der ersten Lesung in einem Minderheitsantrag verlangt, dass «Gefahren für Vögel vermieden» werden müssen. Diese Formulierung hätte auch bestehende Bauten eingeschlossen, was aber wohl an den Bürgerlichen gescheitert wäre.
«Lieber den Spatz in der Hand als die Taube im Glas»
«Lieber den Spatz in der Hand als die Taube im Glas», sagte Theres Agosti (SP, Turbenthal) damals bei der ersten Lesung. Es sei besser, den Vogelschutz jetzt in dieser Form zu verankern als am Schluss gar nichts zu haben. Nun betrifft die Regelung lediglich Neubauten.
SVP für Kompromiss
Während die SVP für den Vogelschutz-Kompromiss stimmte, sagte die FDP Nein. Sie sah keinen Handlungsbedarf. Planer und Gebäudebesitzer seien heute schon gut informiert und sensibilisiert. Jedes Jahr sterben in der Schweiz schätzungsweise drei Millionen Vögel, weil sie in Fensterscheiben und verspiegelte Fassaden fliegen. Wann die Änderung in Kraft tritt, ist noch offen.