Es war ein Auftritt, wie man ihn in der Schweiz nicht so häufig erlebt. Die Zeitungen von «TA-Media» schreiben: «Kurti wurde empfangen wie ein Rockstar». Die Rede ist von der Wahlkampfveranstaltung des kosovarischen Premier Albin Kurti für seine Partei Vetevendosje (Selbstbestimmung) in der Halle 622 in Oerlikon.
Hoffen auf die Schweizer Diaspora
Kurti hofft bei den Wahlen im Kosovo auf ein absolutes Mehr im Parlament in Pristina. Die Schweizer Diaspora spielt dabei eine wesentliche Rolle. Gewählt wird am 9. Februar.
Wermuth im Rahmenprogramm
Bis Kurti in Oerlikon auf die Bühne trat, dauerte es fast zwei Stunden. Die rund 3000 Wartenden erlebten bis dahin: Drohnenaufnahmen vom vollen Saal auf Grossleinwand, traditionelle albanische Tänze, die Sängerin Edona Llalloshi, die patriotische Lieder singt. Direkt vor Kurti spricht der Co-Präsident der SP Schweiz, Cédric Wermuth, der schon lange Kontakte zur Partei Kurtis pflegt. «Wir kämpfen den gleichen Kampf», sagt er.
Kurtis zentrales Anliegen aber, mit dem er vor vier Jahren antrat und wofür ihn viele hier in Oerlikon begeistert unterstützen, ist der Kampf gegen die Korruption.
Der Vater der Xhaka-Brüder als Rivale
Kurti versucht in der Schweiz vor allem die hiesigen Wähler zu mobilisieren – wie auch andere kosovarische Politiker, darunter auch der Vater von Granit und Taulant Xhaka.
Erfolgreicher im Ausland als zuhause
Nur sind Kurtis Rivalen sehr viel weniger erfolgreich: Bei den Parlamentswahlen vor vier Jahren unterstützten drei Viertel aller im Ausland abstimmenden Kosovo-Albaner Kurtis Partei Vetevendosje, das sind mehr als im Land selbst. In diesem Jahr rechnen Experten mit 40 bis 50 Prozent Wählerstimmen für Vetevendosje.