Diesen Vorwurf bringt ein Artikel der «Neuen Zürcher Zeitung» auf. Er bezieht sich auf interne Dokumente des zuständigen Präsidialdepartements von Corine Mauch (SP), das diese aufgrund des Öffentlichkeitsgesetzes herausgegeben hat.
Es geht um 380'000 Franken
Mitte November 2024 sprach die Stadt Zürich 380’000 Franken an die UNRWA für humanitäre Hilfe im Gazastreifen. Die linksgrüne Mehrheit aus SP, Grünen und AL hatte dies mit einem Postulat verlangt. Der Stadtrat kam der Forderung nach vier Monaten nach. Das Geld wurde Ende November ausgezahlt. Die bürgerlichen Parteien und die GLP wehrten sich dagegen.
Hinter dem Konflikt steht die Frage, wie stark das UNRWA mit der Hamas verbandelt ist und ob UNRWA-Mitglieder beim Terroranschlag vom 7. Oktober 2023 mitmachten. So lautet der Vorwurf der israelischen Regierung. Sie hat die UNRWA verboten.
Jüdische Gemeinden: «Grosses Unverständnis»
Jüdische Zürcher Organisationen wurden vor dem Entscheid nicht offiziell um ihre Meinung gebeten. Die Stadt informierte aber die vier jüdischen Gemeinden Zürichs vor der offiziellen Bekanntgabe darüber.
Die Präsidenten von drei dieser Gemeinden antworteten Stadtpräsidentin Corine Mauch mit einem Mail, das dem «Tages Anzeiger» vorliegt. Darin drücken sie ihr «grosses Unverständnis» aus. Es gebe keinen nachvollziehbaren Grund für die UNRWA-Spende.
Ist die Stadt unsensibel vorgegangen?
Die Stadt hätte das Postulat von SP, Grünen und AL auch mit der Unterstützung weniger umstrittener Hilfswerke umsetzen können. «Die Mehrheit der jüdischen Gemeinschaft lehnt diese Spende entschieden ab.»
Unter jüdischen Zürcherinnen und Zürchern wird aber auch die gegenteilige Position vertreten. Die Organisation Jüdische Stimme für Demokratie und Gerechtigkeit kommentierte die Spende mit einem «Bravo».
Mauch lässt sich verteidigen
Corine Mauch hat gemäss ihrem Sprecher zum Jahrestag des Hamas-Terrorangriffs den persönlichen Austausch mit den Präsidien aller vier Zürcher jüdischen Gemeinden gesucht. Dabei sei auch der UNRWA-Beitrag zur Sprache gekommen. Mit dem Präsidenten der Israelitischen Cultusgemeinde habe Mauch sogar wiederholt telefoniert in den letzten Monaten.