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08.01.2025
08.01.2025 08:01 Uhr

Stadt «beschenkt» Volksfeste

Verbrennt viel Geld: Der Böögg am Zürcher Sechseläuten.
Verbrennt viel Geld: Der Böögg am Zürcher Sechseläuten. Bild: Katja Stuppia
Knabenschiessen und Sechseläuten erhalten von der Stadt ein 570’000-Franken-Geschenk. Damit reagiert der Stadtrat auch auf die Geldprobleme des «Züri Fäscht».

Das Knabenschiessen profitiert von 106’000 Franken, das Sechseläuten von 467’000 Franken, weil ihnen die Stadt Leistungen von Entsorgung + Recycling Zürich, Schutz & Rettung, Feuerpolizei, Dienstabteilung Verkehr und Grün Stadt Zürich ebenso wenig verrechnet wie Gebühren für Strom und Wasser.

Erwartete Verluste

Der Stadtrat genehmigt damit ein Gesuche der Schützengesellschaft der Stadt Zürich und des Zentralkomitees der Zünfte Zürich. Beide Organisatoren verwiesen auf die grosse gesellschaftliche Bedeutung der Traditionsanlässe – und auf klamme Kassen. Die Schützengesellschaft erwartet für das Knabenschiessen 2024 einen Verlust von 180’000 Franken. Das Zentralkomitee der Zünfte rechnet mit einem Verlust von 13’000 Franken beim letztjährigen Sechseläuten.

Veranstaltungen mit grosser Ausstrahlung

Bei der Stadtregierung stiessen die Hilferufe auf offene Ohren – nicht zum ersten Mal. Bereits seit Jahren profitieren die beiden Grossanlässe von Gebührenerlassen, wie Katharina Schorer, Sprecherin des zuständigen Sicherheitsdepartements, auf Anfrage sagt. Gemäss ihren Veranstaltungsrichtlinien kann die Stadt im Einzelfall auf Gesuch hin auf die Verrechnung von Gebühren und Kosten verzichten, wenn die Veranstaltung öffentlich zugänglich, nicht gewinnorientiert und von besonderem öffentlichem Interesse ist.

«Züri Fäscht» als Mahnmal

Damit reagiert die Stadt auch auf die Turbulenzen um das «Züri Fäscht». Dessen Organisatoren hatten 2024 die Leistungsvereinbarung mit der Stadt Zürich gekündigt. Die immer komplexeren Anforderungen an die Nutzung des öffentlichen Raums und die steigenden Auflagen, die massive Mehrkosten verursachten, wurden als Gründe für den Entscheid genannt.

Thomas Renggli
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