Die Stadtzürcher Bezirksratswahlen waren aussergewöhnlich. Und dies nicht nur, weil die Ergebnisse der Erneuerungswahl für das Gremium erst eine Woche nach dem Wahltermin feststanden.
Parteiloser Sprengkandidat
Zum ersten Mal seit Jahren kam es nicht zu einer stillen Wahl. Neben den vier Bisherigen trat mit Daniel Kauf ein parteiloser Sprengkandidat an. Der Jurist und ehemalige Mitarbeiter der Bezirksratskanzlei wollte mit seiner Kandidatur das «Kartell» der Parteien aufbrechen.
Erfahrungen in der Bezirksrtskanzlei
Mit seinem Wahlkampf hatte Kauf Erfolg: Das 42-Prozent-Pensum, das mit jährlich rund 75'000 Franken entlöhnt wird, gehört nun ihm. Für den 56-Jährigen ist der Job kein Neuland: Kauf hat als juristischer Mitarbeiter selbst 18 Jahre lang in der Bezirksratskanzlei gearbeitet.
Gegen undemokratische Zustände
Die Freude über die Wahl ist bei Kauf gross: «Ich habe nicht damit gerechnet, dass es klappt, schon gar nicht im ersten Wahlgang», sagt er zur «Neuen Zürcher Zeitung». Dass es bei Wahlen in Bezirksämter meist so viele Kandidaten wie Sitze gebe, habe ihn schon länger geärgert. «Es erscheint mir einfach undemokratisch, wenn es keine richtige Auswahl gibt.»